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Dunkelheit, die Raum schafft
Eine Frage stellen mir Betrachter meiner Werke immer wieder: „Warum sind die Bilder so dunkel?“
Die Antwort liegt im Kern meiner Bildsprache: Licht und Schatten gehören untrennbar zusammen. Erst mit ihrem Zusammenspiel entsteht die besondere Wirkung, die meine Bilder prägt.
In der Kunst werden Vögel meist innerhalb ihres Lebensraums dargestellt: Äste, Blätter, Himmel oder Landschaft erzählen etwas über den Ort, an dem das Tier lebt. Natürlich hat diese Art der Darstellung ihren Reiz, und es gibt ganz wundervolle Vogelmalereien, die von dieser Interpretation leben.
Meine Arbeiten verfolgen einen Ansatz, der sich nicht am dekorativen Aspekt eines Gemäldes, sondern an der Wirkung von Licht im Raum orientiert.
Weniger zeigen, um mehr sichtbar zu machen.
Was in der Dunkelheit liegt, ist nicht verloren. Unser Gehirn ergänzt, was nicht unmittelbar sichtbar ist, und verbindet das Sichtbare mit dem Angedeuteten. Genau diese Spannung zwischen Zeigen und Verbergen trägt im Chiaroscuro (Hell-Dunkel-Malerei) zur besonderen Wirkung eines Gemäldes bei. Diese Art der Bildgestaltung verstärkt nicht nur die Präsenz des Gezeigten, das wie im Rampenlicht auf einer Bühne steht, sondern sie stellt einen Raum für ein eigenes Narrativ zur Verfügung.
Die Dunkelheit nimmt dem Bild nichts weg.
Sie schafft den Raum, in dem Licht seine Bedeutung entfalten kann.
Mich fasziniert der Moment, in dem ein Bild mehr erzählen kann, als es durch die Reduktion der Hintergrundgestaltung und durch die gezielte Lichtführung preisgibt. Der bewusst offen gehaltene, dunkle Bildraum eröffnet dem Betrachter die Freiheit, das Gemälde mit den eigenen Erfahrungen, Erinnerungen und Emotionen zu vervollständigen.
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